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Die ersten 3 Monate mit Ihrem
Welpen
Sie
haben einen Welpen gekauft, und die ersten 3 Monat stellen manchmal eine
kleinere oder grössere Herausforderung dar. Stellen Sie uns alle Fragen.
Sie dürfen auch in unserer Instituts-Bibliothek einen Studiernachmittag
buchen und sich durch die Fachliteratur lesen oder spannende DVDs gucken
und diese mit uns anschliessend besprechen.
Zudem
möchten wir Sie in dieser ersten Zeit mit ein paar Hinweisen und Tipps
unterstützen.
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Ortswechsel
und Eingewöhnung
Wenn Sie
einen Welpen erwerben, wird Ihr Leben ziemlich auf den Kopf gestellt. Ich
habe jedes Mal 2-3 Wochen Ferien genommen, damit ich die Eingewöhnung
sorgfältig gestalten konnte. Trotzdem kam ich manchmal ziemlich "auf
den Hund". Es ist für beide Seiten eine Herausforderung, sich
aufeinander einzustellen. Nachfolgend deshalb ein paar Tipps, auch -
selbstverständlich - aus der Rückschau. D. h. mit dem Blickwinkel, was
kann ich beim Welpen fördern, damit ich dann 12-15 Jahre einen
unkomplizierten Hund und Begleiter habe?
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Die
neue Familie
Wichtig
ist, dass der Welpe von seiner Wesensart her auch gut zur künftigen Familie
und Person passt. Bei uns kann man nicht einfach einen Hund
"aussuchen". Wir besprechen ausführlich die Lebenssituation und
die Wünsche an Wesen, Temperament, Bewegungsdrang, Stressresistenz ... der
Welpenkäufer und legen grossen Wert auf die Konstellation von Hund und
Besitzer.
Ein
robuster, unkomplizierter, temperamentvoller Draufgänger passt z. B. zu
einer Familie mit Kindern im Schulalter viel besser als zu einer ältern
Frau, die den Hund auch gerne auf Besuche und in die Stadt mitnimmt und
besser einen ruhigeren und genügsameren Hund wählt.
Nebst
den Gesprächen und der Entgegennahme von Wünschen möchten wir auch
genauer wissen, wohin unsere Welpen gehen. Deshalb besuchen wir die
Welpenkäufer/innen bevor wir einen Hund verkaufen.
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Vorbereitung
Welpenkäufer/innen
dürfen ihren Welpen öfters besuchen, so dass der kleine Hund
schon in frühester Prägungsphase den Geruch seiner Menschenfreunde
gut kennen lernt.
Von den zukünftigen Besitzern nehmen wir 1 Woche
vor dem Umzug ein T-Shirt o. ä. entgegen und bereiten den kleinen
Welpen zusätzlich auf den Ortswechsel vor. An diesem
Kleidungsstück hängt dann sowohl der Geruch der Zukunft als auch
der Geruch der Mama und hilft beim Wechsel über geruchliche
Stimulierung (Beruhigung).
Zudem
kriegt jeder Welpe ein Vetbed mit unserm "Stallgeruch" mit auf
seinen Lebensweg. Da kann er dann kuscheln und mit vertrauten Gerüchen den
Start leichter meistern.
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Die
ersten 7 Tage
In
den ersten 7 Tagen geht es nur darum, dass der kleine Hund seine
Menschenfreunde kennen und lieben lernt. Spaziergänge würde ich
zurück stellen. Erst wenn eine Bindung zum Menschen aufgebaut ist,
sollte die Phase der Weltentdeckung beginnen.
Selbstverständlich
gehen Sie regelmässig versäubern, also pinkeln und koten lassen.
Beim kleinen Welpen ist das immer gerade wenn er aufwacht und immer
nach dem Fressen und immer auch, wenn er es sonst anzeigt, oder wenn
Sie das Gefühl haben, es sei langsam Zeit dazu.
Nutzen
Sie auch in der Wohnung jede Gelegenheit, den Welpen zu sich zu rufen und ihn dann mit
einem Leckerli zu belohnen. Sie können auch bereits die Pfeife
einsetzen. Bevor der Welpe nicht 100x auf Signal oder rufen zu Ihnen
gesprungen ist, ist es eh zu früh, ihn ab der Leine zu lassen.
Wenn
Sie es schaffen, in den ersten 7 Tagen eine intensive Bindung und
eine kommunikative Beziehungsgestaltung aufzubauen, werden sie alle
folgenden Jahre davon profitieren können. Konkret heisst dies auch,
z. B. das Antijagdtraining beginnt z. B. auch schon ganz am Anfang
der Beziehung..
Die
ersten paar Nächte
Das
Verlassen von Mutter und Geschwistern und den vertrauten Menschen,
die neue Umgebung, die neuen Gerüche, Geräusche, Menschen, Tiere
... all das stresst den kleinen Welpen und er kann schnell unter
Einsamkeits- und Verlassenheitsgefühlen leiden. Deshalb schlafen
Neuzuzüger bei mir erst mal in einer Kiste oder hohe oben offene
Kartonschachtel im Schlafzimmer, so dass
sie nicht plötzlich so unheimlich einsam sind. Dann rucke ich die
Kiste jeden 2. Tag 20 cm von meinem Bett weg, bis sie da steht, wo
der Welpe schlussendlich seinen Schlafplatz hat.
Wenn
man den kleinen Neuzuzüger nicht im Schlafzimmer dulden will, dann
empfiehlt es sich, dort wo sein neues Bett ist, eine Liege aufzustellen und
die ersten paar Nächte neben ihm zu schlafen. Wenn der kleine Wurm ganz am
Anfang so Vertrauen aufbauen kann, dann wird das die Beziehung zwischen
Ihnen und dem neuen Tierfreund lebenslänglich positiv beeinflussen.
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Umgang
mit Gefahren
Welpen
haben noch keine Möglichkeit abzusschätzen, was ihnen (nicht) gut
tut. Wenn erwachsene Hunde viele Giftpflanzen meiden, dann können
wir nicht erwarten, dass die Kleinen es auch schon tun.
Grundsätzlich knabbern sie alles an, kosten alles, finden alles
spannend. Deshalb ist's wie mit kleinen Kindern. Wir Menschen
müssen die Gefahren aus dem Weg räumen.
Die
Gefahren, welchen
ein Welpe ausgesetzt ist, sind v. a. im Haushalt nicht zu
unterschätzen. Hier einige aufgezählt:
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hängen bleiben mit dem Halsband oder dem Gschtältli (Verletzungs-
und Erstickungsgefahr)
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giftige Pflanzen o. a. fressen, giftige Hölzer, Holzsplitter
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Gartengifte (Dünger, Schneckenkörner, Unkrautvertilger, Insektizide ...)
-
Teile von Spielzeug, Fäden, Schnüre verschlucken (!)
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Elektroschläge, wenn Kabel angeknabbert wird o. ä.
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giftige Flüssigkeiten (Altwasser, Putzmittel ...) trinken
-
Augenverletzungen durch Kontakt mit spitzigen Gegenständen (z. B.
Stroh) oder durch kratzende Katzen o. a. oder Spritzer von
Lösungen
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Verletzungen durch Gartengeräte, die herum stehen oder liegen, und
beim Vorbei-Rennen verletzen können
-
Pflanzenstützen (Stecken), die den Bauch aufschlitzen können, beim
Darüber-Springen
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Feuerkontakt, Hitze (Grill, Kerzen etc.)
-
Ballone, die platzen, können tödlich sein, wenn Teile verschluck
werden und die Luftröhre verstopfen (jährlich ersticken auch
mehrere Kinder in Deutschland an Ballonen)
-
Wasser, wenn der Ausstieg schwierig ist, oder die Strömung zieht
-
stehendes Wasser, welches mit Mirkoben oder Krankheitserregern
belastet ist
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Welpenschule
Beginnen
Sie mit der Welpenschule erst nach dem 2. Impftermin (+ 1-2 Wochen)
und suchen Sie sich eine wirklich gute Welpenschule aus. Ich habe
diesbezüglich alles erlebt, von super bis katastrophal. Woran
erkennen Sie eine gute Welpenschule? Hier mal die Problemseiten
aufgezeigt:
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Achtung bei rassespezifischen Welpen- und Hundeschulen, da ist
einseitige Prägung und wenig Gschpür für andere Rassen (z. B.
sensible Pudels unter lauter Boxern) eine Gefahr für eine Fehlprägung. Ich habe z. B.
erlebt, dass von Jagdhunden das Jagen anderer Welpen genauso
geduldet wurde wie aggressives und dominierendes Verhalten von
jungen Schäferwelpen gegenüber andern Rassehunden und bei Terriers
das dauernde Besteigen und Markieren von andern Welpen. All dies
führt zu psychischem Stress und fügt Ihrem Welpen grossen Schaden
zu (der Welpe kann förmlich kaputt gemacht werden, Traumatisierung). Lieber keine
Welpenschule als eine, die übergriffiges, herabsetzendes,
stressendes und aggressives Verhalten unter Welpen duldet. Bei einem
Kind sagen Sie auch nicht "es muss lernen, Schläge
auszuhalten". Also schützen Sie Ihren Welpen, wenn es nicht
gut läuft, sonst nimmt er Schaden.
-
Achtung, wenn Welpenschulen schon zu viel verlangen von Ihrem Hund.
Eine frühe Dressur ist nicht angemessen. In einer guten
Welpenschule geht es um Erfahrungen sammeln, Welt entdecken und
Sozialisation unter Gleichaltrigen (und dies alles möglichst
stressfrei), und noch nicht um Anpassungsdruck und möglichst
schnell "bei Fuss gehen" lernen oder so.
-
Das Hauptproblem sehe ich beim freien Spiel. Wenn dieses nicht
kontrolliert, eingeschränkt und begrenzt wird, gibt es für
jüngere, sensiblere oder kleinere Hunde schon erste
Opfer-Erfahrungen (manchmal bereits traumatisierend), die den
Selbstwert schrumpfen lassen und Unsicherheiten im Wesen provozieren
(was sich später oft in einer Aggression zeigt). Frühe "Opfererfahrungen" erzeugen immer nur
Schaden, nie Stärke, weder beim Menschen noch beim Tier. Stärke
erwächst nur durch massvolles Zumuten (also auch nicht durch
schonen).
-
Die Dauer einer Welpenspielstunde kann auch ein Problem darstellen.
1 Std. ist nämlich sowohl körperlich als auch psychisch viel zu
lange für einen Welpen. Dann ist er nachher völlig ausgepowert.
Wenn die Stunde dazwischen aber eine grosse Pause hat (z. B. der
Welpe dann auf dem Schoss des Menschenfreundes ausruhen darf,
während sein Meister Informationen und Theorie bekommt oder Fragen
stellen darf), dann sind das klare Qualitätsmerkmale.
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Entdeckungstouren
und Prägemomente
Die
Intensiv-Prägephase dauert etwa von der 3. bis zu 16. Woche. Alles
was der kleine Welpe in diesem Zeitfenster an positiven und
negativen (= Stress auslösenden) Erfahrungen sammelt, prägt quasi
seine Wesensart (welche natürlich auch genetisch prädisponiert
ist). Mit andern Worten, das ist Ihre grosse Chance: so viele und so
unterschiedliche positive (!) Erfahrungen schaffen wie
möglich, die den heranwachsenden Hund psychisch stark und
unerschütterlich machen. Sie können den Welpen gut auch auf den
Armen tragen, dass er so Sicherheitsgefühle hat, wenn er Neues
erfährt. Besser ist's jedoch, wenn Sie ihn nicht erst auf den Arm
nehmen, wenn er Angst zeigt, sondern schon zum Voraus, so dass er
gar keine Angsterfahrung machen muss. Man muss nämlich aufpassen,
dass man nicht plötzlich ängstliches Verhalten belohnt und somit
provoziert, dass der Hund ängstliches Verhalten immer mehr zeigt,
damit er dann auf dem Arm landen darf. Das wäre so eine
"hausgemachte " Ängstlichkeit, und die brauchen wir nicht
zu erzeugen.
Unser
Welpenauslauf liegt an einer Strasse, die immer wieder befahren wird
(zurzeit hat's auch Baulärm). Sie dient auch als Schulweg für Kinder und Jugendliche. Die
Kirche (Glocken) ist in unmittelbarer Nähe, die Flugzeuge fliegen
ab und zu übers Dach ... also lauter Zivilisationsgeräusche, die
die Welpen als selbstverständlich erleben und Routine verschaffen.
Gerne
erläutern wir Ihnen (wenn Sie uns besuchen), was wir von unserer
Seite her noch alles tun, um die Prägephase auszunutzen. Unser
Zuchtziel sind wesens- und nervenstarke unkkomplizierte Grosspudel,
und nebst guter Zuchtauswahl von Elterntieren ist auch sehr wichtig,
was die Züchter alles dafür tun. Was nämlich der Welpe in der
Prägephase nicht gelernt hat, kann ihn später verunsichern. Viele
Hunde zeigen ihre Unsicherheit mit aggressivem oder sonst
auffälligem Verhalten.
Erstellen
Sie sich einen Prägeplan (pro Woche 1 Thema, Reihenfolge ist
egal):
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Kontakt mit Kindern
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Bauernhof
-
Wildtiere (z. B. Tierpark Langenberg, Dählhölzli ...)
-
alle öffentlichen Verkehrsmittel (inkl. Schiff)
-
Bahnhof
-
Flughafen
-
Schule, Pausenplatz (nur am Rand, von aussen)
-
Musik
-
alle Haushaltsgeräte
-
etc.
Wichtig
ist dabei, dass Sie den Welpen nicht "aus der Hand" geben,
er braucht Sie immer als den Hort der Sicherheit. Er soll schauen,
aber nicht von andern Leuten bedrängt werden. Ob Direktkontakte
statt finden, oder ob nur beobachtet wird, das soll der Welpe selber
entscheiden. Am wertvollsten sind die Momente, wo Sie sich auf eine
Bank setzen, der Welpe entweder nah (mit Körperkontakt) bei Ihnen
oder auch auf dem Schoss (in dem Alter) und einfach 30 Min. schauen
was passiert. Auch wenn Sie mit Spaziergängen beginnen, diese
Sitzmomente sind die wichtigsten!
Es
ist nicht so, dass der Hund nach dieser Intensiv-Prägephase nicht
neue Erfahrungen verwerten könnte. Aber in diesem Zeitfenster
gelingt es am leichtesten und am einfachsten und am nachhaltigsten.
Natürlich auch in Bezug auf negative Erlebnisse.
Ein
Beispiel: Unsere kleine Fay kennt den Fön, kennt den Staubsauger,
kennt Motorräder etc. Aber wir hatten bis vor kurzem noch eine alte
Küche aus dem Jahr 1934, also ohne Dampfabzug. Nun, seit November
gibt es in der neuen Küche einen solchen. Fay findet den komisch.
Und immer, wenn ich ihn mal ein paar Tage nicht gebraucht habe, dann
verlässt sie die Küche kurz, wenn ich ihn starte. Sie lernt zwar, ihn
zu akzeptieren, aber nicht gleich nachhaltig wie frühere
Erfahrungen. Also ist für Fay der Staubsauger, direkt neben ihr
weniger bedrohlich als der Dampfabzug, viel weiter weg, leiser,
regelmässiger. Es geht nur ums Zeitfenster der Erfahrung, welche
eine Selbstverständlichkeit generiert.
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Ruhe
und Aktivität im Wechsel
Es
ist entscheidend, dass der Welpe zu genügend Schlaf kommt (d. h. mind. 18
Std. pro Tag). Wenn immer
möglich lasse ich die Hundis so lange schlafen, bis sie selber erwachen.
Erstens ist es für ihre Gesundheit wichtig, und zweitens schätze ich
langfristig ja auch, wenn ich keinen hyperaktiven Hund habe. Noch klarer
ausgedrückt: Sie haben es in der Hand, ob Sie einen Hund haben werden, der
gesund ist (immer wieder werden gesundheitliche Probleme von Welpen im
Zusammenhang mit Überforderung und/oder Schlafmangel beobachtet), ein
ruhiges und leistungsbereites Nervenkostüm hat und sich situativ aktiv oder
eben ruhend-passiv verhält.
Der Welpe muss
schnell lernen: Es gibt Ruhephasen und es gibt Aktivphasen. Am Anfang kann
da eine Transportkiste sehr guten Dienst leisten. Z. B. Spaziergang - dann
füttern - dann in Kiste schlafen. Die Kiste ist keine Strafe, sondern eine
Höhle. Am Anfang schliesse ich die Türe, mit der Zeit ist dies nicht mehr
notwendig. Konkret, nach dem Spiel oder Spaziergang und dem Futter schläft
der Welpe mind. 2 Std.
Wenn
Sie Ihren Welpen mal alleine lassen müssen (langsam angewöhnen, so dass
nie Stress entsteht, Sie wollen ja dann einen erwachsenen Hund, der auch mal
einen halben Tag ohne Probleme allein sein kann), dann ist die Kiste auch
ein gutes Mittel. Es kann nichts passieren, der Welpe kann nichts Falsches
fressen oder so und kriegt in der Kiste auch weniger Angst, wenn er alleine
ist. Achtung, nicht nur alleine lassen, wenn er in der Kiste ist, sonst
lernt er das andere nicht. Aber wenn Sie z. B. einkaufen gehen, dann würde
ich den Welpen in die Kiste sperren, zumindest in der Anfangszeit. Wasser
hinzu stellen nicht vergessen.
Spaziergänge
Es
gilt: Nur so viel Minuten spazieren gehen wie der Welpe Wochen alt ist,
sonst wird sein Skelett überbeansprucht. D. h. wenn Sie einen Welpen mit 10
Wochen bekommen, dann dauert ein Spaziergang max. 10 Min. Wenn Sie
natürlich 5 Min. gehen und dann 20 Min. sitzen (und der Hund auch ruht),
und dann wieder 5 Min. zurück gehen, dann ist es noch besser. Auf
Spaziergänge nur nüchtern gehen, erst danach füttern, aber zuerst noch
etwas ausruhen lassen (nie füttern, solange der Atem noch schnell ist oder
der Hund gar hechelt, Gefahr von Magendrehung).
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Kontakte mit andern Hunden
(Sozialisation)
Unter
Sozialisation versteht man, dass der Welpe/Junghund lernt, sich in der
Hundegesellschaft zurecht zu finden, seinen Platz zu finden, mit andern
Hunden angemessen kommunizieren kann und ohne Aggression einen Weg mit- oder
nebeneinander findet. Diese Phase beginnt schon mit der Erziehung der
Hundemutter und dauert etwa bis 1.5 Jahre, also klar über die
Geschlechtsreife hinweg. Man
muss nicht meinen, ein Hund müsse mit allen andern Hunden auch spielen
wollen. Auch Hunde empfinden Sympathien und Antipathien. Wenn sie sich
gegenseitig ausweichen, dann ist das auch ok. Wichtig ist, dass
Begegnungen ohne Stress und ohne Aggression geschehen. Ob die Hunde sich nun
miteinander abgeben oder einfach aneinander vorbei gehen ist nicht wichtig. Selbstverständlich
kann dies nur geübt werden, wenn auch Begegnungen tatsächlich statt
finden. Also ein Hund, der nie andern Hunden begegnet, kann es schlichtweg
nicht üben. Dieses Phänomen ist bekannt. Weniger
Beachtung findet (aber wichtiger noch ist), dass ungute Begegnungen die
Sozialisation gefährden oder behindern oder verunmöglichen oder zunichte
machen. Immer wieder erzählen mit Leute, dass ihre Welpen von andern Hunden
gebissen oder gehetzt worden seien, und seither Angst hätten. Das ist ja
logisch. Ein solcher Vorfall hat die Sozialisation des Welpen gerade
zerstört, manchmal lebenslänglich. Auch
"kleinere" Vorkommnisse brauchen Beachtung. Es geht nicht an, dass
irgendwelche (erwachsene) Hunde einen Welpen jagen. Der Stress ist zu gross
für den Kleinen und verhindert eine gute Sozialisation. Sie
tun gut daran, Ihrem Welpen viele positive Begegnungen mit gut
sozialisierten erwachsenen Hunden zu ermöglichen. Aber (wie beim Menschen,
wir wünschen auch keine Psychopathen als Lehrer unserer Kinder) schützen
Sie Ihren Kleinen vor asozialen und selbst nicht sozialisierten Hunden,
sonst geben diese ihr Problem an Ihren Kleinen weiter. Übrigens:
Wir bieten einen total spannenden Kurs zum Thema
"Beschwichtigungssignale". Sie lernen genau für solche Momente
von Begegnungen, die Hundesprache zu lesen, und können früher
entschärfend reagieren.
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pudel

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Wie
den Welpen unterstützen und fördern?
1.
auf Emotionalität verzichten Womit
Welpen und Junghunde absolut nicht umgehen können ist
"Emotionalität" des Menschen. (Junge) Hunde erkennen den
Kausalzusammenhang (Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung) nicht, für
sie kommt eine emotionale Ladung quasi aus heiterem Himmel. Fatal daran ist,
dass sie uns Menschen in solchen Situationen als unberechenbar erleben und
an Grundvertrauen massiv verlieren. Wenn Sie ein sehr emotionaler Mensch
sind, vielleicht schaffen Sie es trotzdem, mindestens bis zum Alter von 1/2
Jahr auf emotionale Reaktionen zu verzichten? Der Hund wird es Ihnen
tausendfach lohnen. 2.
Anregungen, Kopfarbeit, Abwechslung, Auseinandersetzung Die
meisten Hundis in unserer Gesellschaft sind absolut unterbeschäftigt,
unterfordert und oft gelangweilt, manchmal sogar depirviert (seelisch
verwahrlost und unterstimuliert). Also, am besten beschäftigen Sie sich mit
dem Hund so oft sie können. Er wird es ihnen danken. Das Hundegehirn lechzt
genauso wie das Menschengehirn nach Anregung, Information, Inspiration,
Auseinandersetzung ... und leidet unter Langeweile und Unterforderung. Vielleicht
haben Sie keine Lust auf Hundesport, aber was hindert Sie daran, Ihrem
Vierbeiner zu bieten, was der Zürcher Zoo seinen Bären und Schimpansen
bietet? Lassen Sie Ihren Hund das Fressen suchen, verdienen, entdecken ...
Füllen Sie mal einen Kong, verstecken Sie Leckerlis oder Spielsachen in der
Wohnung oder verstreuen Sie das Trockenfutter im Garten (nicht gerade in der
Nähe von Giftpflanzen und nicht im Kies). Es gibt Tierfreunde, die schaffen
den Futternapf ab ... Pudel
galten bislang als die intelligentesten Hunde. Seit irgendwer die Idee
hatte, einen rein sprachlichen Intelligenztest zu kreieren ("welcher
Hund kann am meisten Worte lernen" ---> Intelligenz ist doch mehr
als das?) gilt der Border Collie als der intelligenteste und der Pudel als
der 2.intelligenteste Hund. Was auch immer, Pudel sind Kopfarbeiter und
wollen den Kopf beschäftigt haben. Dann machen Sie ihn glücklich. Siehe
Kursangebote. 3.
Massvoll zumuten macht stark, und schonen tut schwächen Pudel
sind robuste, sportliche, belastbare, gesunde, interessierte, lernwillige
und unkomplizierte Begleiter. In der Welpen- und Junghundezeit muss man aber
aufpassen, dass man (gerade weil sie soviel anbieten) sie weder physisch
noch psychisch überfordert oder überanstrengt. Der Aufbau muss langsam und
systematisch geschehen. Dann aber haben Sie einen leistungsstarken Hund, der
angemessen gefordert werden will. 4.
Den Pudel als Pudel verstehen Das
tönt vielleicht etwas seltsam. Aber jede Rasse hat ihre rassetypischen
erwünschten Merkmale.
Der Pudel ist z. B. etwas zurück haltender als ein Retriver, etwas
sportlicher als ein Schnauzer, etwas eigenständiger und auch sturer als ein
Schäfer, etwas kooperativer als eine Bulldogge (man verzeihe mir die
Aussagen). Wenn ich einen Pudel fördern will, dann nehme ich die Ressourcen
aus den Rassemerkmalen (diese bekämpfe ich nicht, das bringt nichts) und
suche mit ihm zusammen einen Weg, wie wir ein immer besseres Arbeitsteam
werden.
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