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Der Junghund bringt neue
Herausforderungen
Bewegung, Kondition etc.
Der
Königspudel gehört zu den grossen Hunderassen. Grosse Hunderassen gesund zu
erhalten ist sehr wichtig, weil gewisse Risiken bestehen. Deshalb gibt es
bestimmte Dinge zu beachten:
grosspudel
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Anfälligkeit
für Magendrehung
Grosse
Hunderassen sind in Bezug auf Magendrehungen gefährdet. D. h. nie nach dem
Fressen spazieren oder spielen oder gar Hindernisse springen! Wenn eine
Magendrehung eintritt verbleibt genau 1 Std., innerhalb der der Hund
notoperiert werden muss, sonst ist er nicht mehr zu retten und krepiert
elendiglich! Sogenannte "Rollen" sind bis 3 Std. nach der Mahlzeit ebenso
lebensgefährlich. Auch wenn der Mensch seinen voll gefressenen Hund auf
dem Rücken dreht, kann schon eine Magendrehung provoziert werden.
Der
Magen des Hundes ist wie eine Hängematte, nur an 2 Punkten befestigt,
sonst hängt er frei und kann sich v. a. nach dem Fressen (Trockenfutter
ist noch gefährlicher als Nassfutter und auch wenn der Hund eine
beachtliche Menge Wasser getrunken hat, besteht das gleiche Risiko)
drehen. Hastiges Fressen, grosse Portionen und Trockenfutter mit viel
Wasser gelten als zusätzliches Risiko. Stress fördert Magendrehungen. Der gedrehte Magen füllt sich
schnell mit Gasen, der Hund wird so immer mehr aufgebläht und hat irrsinnige
Schmerzen. Diese Gefahr besteht lebenslänglich.
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HD
Grosse
Hunderassen sind gefährdet Hüft-Dysplasie (HD) zu entwickeln, wenn sie zu
schnell wachsen, zu mollig sind oder wenn sie im Wachstum zu sehr belastet
werden (zu viel und zu lange dauernde Bewegung, z. B. Sprünge).
Ein Welpe darf so viele
Minuten spazieren oder spielen, wie er Wochen alt ist. Also bei einem 12
Wochen alten Welpen dauert der Spaziergang gerade mal 12 Minuten. Das kann
mehrmals am Tag sein. Zwischendurch wird geschlafen. Diese Regel gilt bis
der Pudel 1 1/2 jährig ist. Bis dahin muss er insofern geschont werden,
als die Bewegungszeit und die Spaziergänge angepasst werden, und dass er
nicht von aussen zu bestimmten Tempi gebracht wird, z. B. wenn der zum
Fahrradfahren oder Reiten mitgenommen wird.
Hindernisse und Sprünge in der
Wachstumsphase möglichst selten und wenn, dann nur 2-3 aufs Mal. Wenn der
Pudel dann ausgewachsen ist, kann er gut im Agility oder in andern
Sportarten eingesetzt werden. |

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Kondition
aufbauen
Der Pudel
ist ein Sporthund, und die Kondition soll sorgfältig unter Beachtung
obgenannter Gesichtspunkte aufgebaut werden. Er gilt als robust und gesund,
und viele Pudel wirken auch im Alter jugendlich und sportlich.
Allerdings
bis zum Alter von 1.5 - 2 Jahren ist der Grosspudel noch nicht
ausgewachsen und sollte deshalb kräfte- und ausdauermässig nicht
überfordert werden. Das würde z. B. geschehen, wenn man ihn zu
früh und zu lange am Velo laufen liesse.
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Zeitmanagement und
Organisation im ersten Lebensjahr
Warten
während Ihrer Abwesenheit
Wenn Sie früh (am Anfang
nur 1-2 Min.) beginnen, den Hund auch mal kurz alleine zu lassen, und dann
die Phasen ganz langsam verlängern, dann wird der Junghund mit 6 Monaten
sicher schon mal 1.5 - 2 Std. allein sein können. Mit 1 Jahr sollte er es
etwa 3 Std. schaffen und mit 1.5 Jahren dann 4 Std. Allerdings
kann es sein, dass ein sehr aktiver und unternehmungslustiger
Welpe/Junghund während Ihrer Abwesenheit am Anfang in der Kiste
oder zumindest in einem sicheren Raum warten muss. Ziel ist
natürlich, die Kiste überflüssig zu machen, diese nur als
Begrenzung der Gefahr und fürs Lernen des Wartens einzusetzen. Fresszeiten Der
Welpe kriegt am Anfang 3 oder 4 Mahlzeiten. Sie bekommen von der
Züchterin ja einen Futterplan. Etwa mit 1/2 Jahren stellen Sie auf
2 Mahlzeiten (morgens und abends um). Weil ich meine Hundis flexibel
behalten möchte, habe ich keine fixen Futterzeiten eingerichtet.
Ich füttere nach dem Spaziergang, und dann wenn es Sinn macht, da
sie anschliessend ihre Siesta halten müssen. Bei uns hat es sich so
eingespielt, dass das ganze Rudel nach dem Frühstück etwa 2-3 Std.
schläft. Da kann ich die Zeit gut fürs Arbeiten nutzen. Wichtig
ist einfach, dass Sie den Hund nach dem Fressen ca. 1 Std. NICHT
alleine lassen, da Sie ihn in dieser Zeit wegen einer allfälligen
Magendrehung im Auge behalten sollten. Spaziergänge Ein
Hund muss 4x täglich versäubert werden, also morgens nach dem
Aufstehen, dann mittags, abends und nachts, bevor Sie zu Bett gehen.
Mindestens 1x davon braucht er einen grösseren Spaziergang (je nach
Alter, ein ausgewachsener Pudel mind. 1.5 Std.). Hundeschule Nach
der Welpenschule folgt die Junghundeschule. Suchen Sie sich da auch
eine Hundeschule aus, die Ihnen zeigt, wie Sie auf feinfühlige und
konsequente Art (ohne Gewalt) Ihren Pudel erziehen können. Ziel ist
immer ein gut funktionierendes Team. Gesetzlich
vorgeschrieben ist auch der SKN (= Sachkundenachweis). Das ist ein
kleiner obligatorischer Kurs (ein bisschen Theorie und ein bisschen
Praxis), welche der Gesetzgeber vorschreibt, wenn ein neuer Hund
erworben wird. Hundesitting,
Rudel, auswärts schlafen ... Ich
finde es wichtig, dass ein junger Hund lernt, auch mal auswärts zu
schlafen, auch mal mit einer andern (vertrauten!) Person Gassi zu
gehen ... es kann immer mal sein, dass man selber krank o. ä. wird
und darauf angewiesen ist, dass der Hund durch eine andere Person
versorgt wird. Meine
Hundis gehen auch regelmässig in ein Rudel. Da lernen sie ganz viel
in Sachen Sozialisation. Ich habe nie Probleme, wenn ich spazieren
gehe, meine Hundis haben gelernt, mit den verschiedensten andern
Hunden umzugehen. Wie
bei einem Kind, es ist genau gleich: Grundsätzlich sind solche
zusätzlichen Erfahrungen wertvoll und eine Bereicherung und für
die Hundis Abwechslung. Allerdings ist es wichtig, dass es eine
Konstanz hat, dass der Hund nicht herumgeschoben oder dauernden
Wechseln ausgesetzt wird. Der Hund soll sich freuen, auf Besuch zu
bekannten und geliebten Leuten gehen zu dürfen.
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Anti-Jagd-Training
Wenn
der Pudel heute auch zu den Gesellschaftshunden zählt, ist er doch von
seiner Herkunft ein Jagdhund. Auf dem europäischen Festland wurde er für
die Entenjagd verwendet, in England gar für die Hirschjagd. Deshalb gibt es
einen Restbestand an Jagdtrieb. Wir achten zwar bei der Zuchtauslese auf
möglichst wenig Jagdtrieb, aber er kann doch vorhanden sein. Beim Pudel ist
dieser jedoch recht einfach mit der richtigen Erziehung "in den Griff
zu kriegen".
Wir
haben bei uns auch eine Fachbücherei und Fach-DVDs, die sich Welpenkäufer
bei uns gerne zur Gemüte führen dürfen. Hier also nur ein paar wenige
für mich wichtige Punkte:
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Den Junghund nehme ich im Wald solange an die (lange) Leine, bis der Appell
wirklich (d. h. auch wenn ein Reh den Weg kreuzt) funktioniert. In den
ersten beiden Lebensjahren sollte keine Jagd statt finden, dann ist das
Problem in der Regel gebannt. Man muss aber wissen, dass jagen
Glückshormone im Gehirn frei setzt, und wenn ein Junghund ein Jagderlebnis
hatte, dann lechzt sein Gehirn nach mehr von dieser Stimulierung.
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Im Wald lasse ich nicht zu, dass die Wege verlassen werden. Das kann man
sehr gut mit der Schleppleine trainieren. Mein Ziel ist ja, dass ich den
erwachsenen Hund dann neben dem Pferd frei im Wald als verlässlichen
Begleiter dabei haben kann. Da braucht es Aufbau im Junghundealter.
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Es wird immer wieder empfohlen, dass mit dem Welpen oder Junghund Wildtiere
in Freilaufgehegen oder Tierparks besucht werden. Das macht nur Sinn, wenn
man diese Besuche ganz genau durchführt. Dabei ist zu achten, dass der Hund
zwar die Tiere "zählen" darf (das ist erwünscht), jedoch nie
eines fixiert (das ist der Anfang des Jagdtriebes). Wenn man das Fixieren zu
lässt, fördert man den Jagdtrieb. Am besten nimmt man entweder Gutzies
oder ein Lieblingsspielzeug mit und beschäftigt den Hund damit. Dann sind
die wilden Tiere nur Kulisse. Der Junghund lernt, es geht nicht um diese
wilden Tiere, sondern um die Interaktion zwischen Mensch und Hund.
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Auch im Wald kann man gut intensiv spielen, so dass der Junghund gar nicht
auf die Idee kommt, oder das Spiel mit dem Menschen viel wichtiger erlebt
als irgendwelche Tiere, die zufällig auch noch da sind.
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Wichtig zu wissen, der Pudel riecht nicht wirklich nach Hund, eher wie ein
Lammfell. Die Konsequenz davon ist, dass die Rehleins etc. nicht so früh
oder auch nicht rechtzeitig merken, dass da ein Hund unterwegs ist. Ich
erlebe immer wieder Begegnungen mit Rotwild, welches uns dann jeweils
verdutzt anschaut. Umso wichtiger ist, dass der Hund in solchen Situationen
kontrollierbar bleibt.
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Geschlechts-Erziehung
Wie
die Menschen müssen auch die Hundis lernen, wie sie angemessen mit ihrem
Geschlechtstrieb umzugehen haben. Sonst wird das Zusammenleben mit ihnen
mühsam.
Ein
junger Rüde muss lernen, dass das Besteigen einer Hündin nur dann
geschehen kann, wenn sowohl die Hündin als auch die Begleitmenschen damit
einverstanden sind. Das ist im Wolfsrudel genau so.
Konkret
erwarte ich von meinem Rüden, dass er ultimativ hinunter kommt, wenn ich
das anordne, dass er keine Hündin (und auch keinen kastrierten Rüden),
auch keine läufige Hündin verfolgt oder bedrängt, ausser ich gestatte es
ihm. Das ist im Normalfall nicht zuviel verlangt. Wenn ein Rüde massiv
oversext ist, dann ist wohl eine Kastration eine grosse Erleichterung für
ihn. Ansonsten geht es mit einer klaren Erziehung recht leicht.
Kein
Rüde darf einen Menschen besteigen. Das ist etwas Unangenehmen, etwas
Distanzloses und Unangemessenes und darf keinesfalls geduldet werden. Zudem
zeigt ein Rüde damit auch seine Respektlosigkeit oder sein Dominanzgebaren.
Ebenso
dulde ich nicht das Besteigen und Begatten von Sofas, Kissen ... . Der Rüde
muss lernen, seinen Sexualtrieb zu kontrollieren. Je mehr man alles frei
lässt, desto mehr werden sich solche Verhaltensauffälligkeiten zeigen.
Unser
Djambo weiss, er hat 1x markieren zu gut, bis er von der Leine gelassen
wird. Wenn er frei ist, dann darf er soviel er will. Allerdings nicht ganz
wo er will. Z. B. Sitzbänke lässt er von sich aus in Ruhe. Und sonst
würde ich ihn abrufen.
Hat
ein Rüde einen grossen Sexualtrieb, versuchen Sie es mit Bachblüten. Den
Mönchen gab man auch Kubebenpfeffer. Da könnte man mal nachforschen, ob das bei
Hunden auch funktioniert.
Bei
Zuchtrüden empfiehlt sich ein Ritual einzuführen. Z. B. immer den gleichen
Teppich auszurollen oder sonst ein ganz klares Signal zu geben. Nur im
Zusammenhang mit diesem Ritual wird begattet. Das können Rüden ganz gut
lernen, und Sie ersparen sich viele unangenehme Situationen.
Wenn
nämlich Hundebesitzer sagen: "Das ist normal" oder "Das
regeln die Hunde schon selber" oder gar lachen, wenn Rüden dauernd begatten und nicht spielen wollen, dann lassen sie zu, dass viel Stress
bei den andern Hunden provoziert wird, und auch, dass ihr Hund ein
unerwünschtes Verhalten ausbaut. Diese Aussagen sind nämlich fertiger Quatsch und zeigen
nur, dass sich der Mensch nicht wirklich interessiert, was zwischen den
Hunden abgeht.
Bei
der Hündin sind die Problem eher im Kontakt mit Rüdenbesitzern zu finden.
Es gibt Rüdenbesitzer/innen, die kommen in Stress, weil sie ihren Rüden
nicht kontrollieren können. Es hat sich eingebürgert, dass eine läufige
Hündin nicht dort wo alle ihre Hunde frei laufen lassen spazieren geführt
wird. Da bietet sich der Wald an, sollten dort doch nur kontrollierte Hunde
oder solche an der Leine angetroffen werden.
pudel |


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Auftritts-Kompetenz
Beabsichtigen
Sie, Ihren Hund mal anzukören oder auszustellen, dann lohnt sich auch eine
zeitliche Aufwendung in Sachen schön traben, schön stehen und sich von
andern Leuten überall anfassen lassen.
Falls
Sie eine Hundeschule besuchen, können Sie dort evtl. auch solche Wünsche
anbringen, dass speziell geübt wird. |
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